Donnerstag, 29. November 2018

ALT + F4, Tante CEBIT!


Schön war's, jedenfalls auf der CEBIT 2018. Die Neuorientierung in Richtung "Festival der Technik" ging aus meiner Sicht in die richtige Richtung.
Die Messegesellschaft hat nun aber entschieden, daß der Versuch der Neuausrichtung nicht hinreichend schnell neue Besucherschichten und -zahlen angelockt habe. Die CEBIT 2018 wird daher zugleich die letzte CEBIT bleiben; eine Neuauflage für 2019 ist nicht geplant.
Damit schließt die einstmals größte und wichtigste Technologiemesse für immer ihre Tore. Ob das ein fatales Zeichen für den Technologiestandort Deutschland ist oder einfach die notwendige Konsequenz aus einem überalterten Konzept, darüber gehen die Meinungen auseinander. Klar ist: Eine Technologiemesse als reine Marketingveranstaltung braucht heutzutage niemand mehr. Von diesem Problem begann sich die Messe in meinen Augen zuletzt wieder zu lösen. Offenbar nicht schnell genug!

Quelle: Heise News

Freitag, 23. November 2018

Gesichtserkennung auf Abwegen


Was wir auf unseren Smartphones oder Tablets des öfteren mit einem leichten Gruseln zur Kenntnis nehmen, hat sich in China bereits für viele Anwendungsfälle durchgesetzt: Die automatische Gesichtserkennung.
Anders als unser Smartphone-Assistent, der nur für eine schnellere Sortierung der Fotos sorgt, wird in China die Gesichtserkennung beispielweise für einen "öffentlichen Pranger" genutzt, an den Straßenverkehrs-Übeltäter gestellt werden: Erkennt das System z.B. einen Fußgänger, der bei Rot über die Ampel läuft, erscheint dessen Gesicht zum Spott und Mißfallen seiner Mitbürger Sekunden später auf einer großen Videowand oder auch auf einer bestimmten Internetseite.
In der chinesischen Stadt Ningpo hat das System nun systematisch das Konterfei von Dong Mingzhu erkannt, einer Unternehmerin, deren Gesicht z.Zt. auf zahlreichen Busreklamen präsent ist. Die Software hat wohl vorbeifahrende Busse mit dem Werbegesicht als Rotlichtsünder auf dem Fußgängerüberweg erkannt.

Auch bei mir schlägt die "Für Dich"-Erkennung von iOs 12 gelegentlich seltsame "Gesichter" vor, so hatte ich kürzlich bei den erkannten Gesichtern auf meinem iPad das Foto eines Sicherungskastens, in dem 2 Rundsicherungen, FI-Schutz und eine Querschiene für die Software wohl wie "Augen, Nase, Mund" angeordnet waren. "Herr Sicherungskasten" wurde jedenfalls als "unbekannte Persone" erkannt. Witzig, aber leider falsch.
Wir lernen: All zu große Entscheidungsfreiheit sollte man der Software noch nicht einräumen.

Quelle: Heise News
            Spiegel Online

Erste hohe Strafe nach DS-GVO verhängt

Gegen die Internetplatform "knuddels.de" wurde durch den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragen eine Strafe in Höhe von 20.000,- € verhängt. Grund war ein Datenschutzverstoß Anfang September 2018: Es waren zahlreiche Passwörter des Dienstes im Klartext aufgetaucht, da diese bei einem Hackerangriff entwendet werden konnten und auf den Servern von knuddels.de tatsäch im Klartext und nicht etwa als sog. "Hashwerte" gespeichert waren.
Der Datenschutzbeauftragte lobte ausdrücklich die Kooperationsbereitschaft, die Informationspolitik und die Transparenz des Betreibers in dieser Sache und machte deutlich, daß dies bei der Strafhöhe ausdrücklich berücksichtigt worden sei.
Man darf also weiter spekulieren, wie die Strafe bei einem vertuschten, nicht kommunizierten Verstoß aussehen würde...

Quelle: Heise News

Dienstag, 13. November 2018

Gründungswoche Münster 2018!


Gründungswoche in Münster! Mit den zwei Referaten zum Thema "Schutzrechte, Marken, Domains..." und "Kennzeichnungspflichten, Abmahnungen und Influencerwerbung" scheine ich auf der Gründungswoche einen Nerv getroffen zu haben; ich bedanke mich noch mal für die völlig ausgebuchte Veranstaltung und das große Interesse auf der Veranstaltung! Die lebhafte Beteiligung hat mir gezeigt, daß diese Themen bei den Gründern von heute angekommen sind. Für Einzelfragen zu diesen Themen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung; ich freue mich auf Ihren Anruf oder Ihre Mail! Wenn Sie die Veranstaltung besucht haben, schicke ich Ihnen auch gern nachträglich die Foliensätze noch zu.


Donnerstag, 27. September 2018

Happy Birthday Google! 20. Geburtstag und mein Tag im Google HQ

Google feiert heute mit einem filmischen Doodle 20 Jahre Suchmaschine online ! Herzlichen Glückwunsch dazu!



Ganz klar ist der Zeitpunkt des Geburtstags ja nicht, wenn man einmal die Daten der Firmengründung, den go-live der Betaversion oder gar den Vorgänger Backrub als maßgeblichen Zeitpunkt sieht.

Ich hatte gestern zufällig die Gelegenheit zu einem Besuch im deutschen Google-Headquarter in Hamburg, da ich von einem Werbepartner zu einer dortigen Vortragsveranstaltung eingeladen war.




Zu der Gelegenheit wurden auch interessante Talks des c't-Redakteurs Jo Bager zum Thema "KI" und des Google-Mitarbeiters Edgar Kadner zum Thema "Google Trends" geliefert. Gerade dieser Talk ließ ein wenig in die Zukunft der Suchmaschine blicken, streifte das Thema digitale Assistenten, Google Lens, predictive Search, micromoments und plattformübergreifendes on-/offline-Tracking.

Gerade der Trend der micromoments wird momentan bei Google mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt - die Devise ist dabei: Immer das richtige Suchergebnis zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Idealerweise weiß Google schon, was man gleich als nächstes tun möchte und kann dies bereits berücksichtigen.

Google hat ja zum 20. Geburtstag einen kleinen Streetview-Rundgang durch die damalige Startup-Garage des Unternehmens fertig gestellt.
Google Streetview in der Garage Menlo Park

Viel Spaß dabei!
Meine Eindrücke aus dem deutschen Google - HQ habe ich nachfolgend festgehalten.  Viel Spaß beim Rundgang!


In der Lobby gibt es eine Geburtstagstorte aus vielen bunten Post-its....

Der gewohnt bunte Empfang im 3. OG der ABC-Straße 19 in Hamburg...

Es lohnt sich übrigens auch einmal, dort per Streetview vorbei zu laufen... die Mitarbeiter bereiten dem Google-Car einen lustigen Empfang.

Auf zwei Monitoren im Tagungsbereich laufen Suchanfragen durch...

Einen netten Blick über Hamburg gibt es aus dem 9. Stockwerk, auch wenn das Wetter eher grau war...














 

Einige skurile Besprechungsräume:


Raum "Filmdose"
Raum "Airplane"
Raum "Newsroom"















Ach ja, ein Bild fehlt doch noch: Das oft bemühte "Bällebad" ist übrigens gar kein solches, sondern eher ein "Würfelbad" - bestehend aus vielen weichen, grünen Schaumstoffwürfeln im Konferenzraum "Schwimmbad":


Ich sag' nochmal danke für die interessanten Einblicke, bis zum nächsten Mal!




Donnerstag, 12. Juli 2018

Digitaler Nachlass


Der "Digitale Nachlass" ist bereits seit einiger Zeit ein offener Problemfall für IT-Rechtler und Erbrechtler. Denn gerade hier gehen "gefühltes Recht" und "tatsächliches Recht" weiter auseinander, als es vielen klar ist.
Für viele ältere Menschen war klar: "Erbe heißt Universalnachfolge", also habe ich auch Zugriff auf alle Konten, Profile etc. aus der Online-Welt. Dem wurden immer schon datenschutzrechtliche Bedenken und das Fernmeldegeheimnis entgegen gehalten, gerade von Jüngeren, die gewohnt sind, auch sehr persönliche Daten über einen online-Dienst mit bestimmten Personen zu teilen.
So einfach ist es allerdings auch nicht: Wenn man in § 1922 I BGB hineinschaut, steht dort: "Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über." Die gern überlesene Einschränkung lautet hier: "Vermögen"! Nur Dinge, die einen Vermögenswert besitzen, gehen auf den Erben über.
Seit drei Instanzen streiten nun die Eltern eines damals 15-jährigen Mädchens mit facebook über die Zugänglichmachung des Accounts des Kindes - dieser wurde nach dem Tod in den sog. "Gedenkzustand" versetzt, bei dem die private Kommunikation des ursprünglichen Inhabers nicht mehr eingesehen werden kann. Unter Hinweis auf Datenschutz und Fernmeldegeheimnis weigerte sich facebook bisher, den Erben Zugriff auf die private Kommunikation zu geben. Der BGH hat die Angelegenheit nun anders als die Vorinstanz entschieden: Die Eltern treten als Erben in den Nutzungsvertrag mit facebook ein. Als Vertragsinhaber haben sie die gleichen Rechte wie der Erblasser, also ihre Tochter. Nicht anders wäre die Situation, wenn in einer Wohnung des Verstorbenen private Briefe, Tagebücher o.ä. aufgefunden werden. Datenschutzrechtliche Bedenken müßten zugunsten dieser Rechtsnachfolge zurücktreten.
Die Entscheidung überrascht viele Juristen, die erwartet hatten, daß die Themen des postmortalen Persönlichkeitsschutzes und des Fernmeldegeheimnisses vom BGH anders gewichtet werden. Auf jeden Fall bietet das Urteil Anlaß zur Ausweitung unserer Tätigkeit als IT-Anwälte: Regelung des digitalen Nachlasses!

Links:
Heise - News
Spiegel online 

Montag, 25. Juni 2018

CEBIT 2018 - Reprise!

Endlich ist mein CEBIT - Rundgang fertig geworden...


Die große Computer- und Elektronikmesse hat sich dieses Jahr im neuen ("Festival" - ) Gewand präsentiert. Ist der Neuauftritt gelungen? Näheres gibt es im Video!